Donnerstag, 11. August 2022 Landw. Genossenschaft Hinwil
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Landwirtschaftliche Konsumgenossenschaft Hinwil und Umgebung
Eine historische aufarbeitung

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

GV Protokolle von 1975 bis 1986 aus dem Privatarchiv von David Schmid Hinwil

GV 1976, Geschäftsjahr 1975

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil
Geschäftsbericht

Es ist mir noch in keinem der vorhergehenden Jahren so schwer gefallen einen Geschäftsbericht zu schreiben, wie dieses Mal. Ich weiss nicht hat es die Hitze ausgemacht oder ist es mehr die Situation im Hinblick auf die diesjährigen Ernteaussichten?

Wenn man von der Rezession in der Industrie und dem Gewerbe redete, so glaubten wir, die Landwirtschaft und ihre verwandten Berufe würden davon nicht betroffen, und schon bangen viele um ihre Existenz, hervorgerufen durch Einwirkungen, denen wir machtlos gegenüberstehen. Wir leben in einer Zeit grosser Unsicherheit.

Vieles deutet darauf hin, dass die Ungewissheit über die Zukunft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch wachsen wird. Man muss nur an die sogenannte Bevölkerungs-Explosion denken mit der sich aus ihr ergebenden Ernährungs- und politischen Sorgen. Oder an die sich immer deutlicher abzeichnenden Schwierigkeiten in der Rohstoffversorgung. Und nicht zuletzt auch an die zunehmende Rechtsverwilderung. usw. Probleme mit denen sich jede Regierung, aber auch, direkt oder indirekt, jeder einzelne Bürger befassen müssen.

Wer die Entwicklung in den letzten 20 Jahren in unserem Lande aufmerksam verfolgt hat, hat mit Bedauern feststellen müssen, dass allzu viel kostbares Kulturland verschandelt worden ist. Während Jahren ist ein grosser Teil unserer Lebensgrundlagen aus kurzsichtiger Profitgier zerstört worden. Ganze Wirtschaftszweige hatten sich darauf verlegt von der Umweltzerstörung zu leben. Die Folge davon ist, dass der Staat dem schrankenlosen Treiben mit dirigistischen Massnahmen begegnen muss. Vom teilweisen Dirigismus bis zur staatlich gelenkten Planwirtschaft ist aber nur ein kleiner Weg. Jahr für Jahr sind 50Km2 überbaut oder durch Strassen verbetoniert worden. Das sind 1000Km In den letzten 20 Jahren: Wenn man sich vorstellt, dass 1000 Km2 der Bodenfläche der Kantone: Baselstadt, Appenzell Inner- und Ausseroden, Zug und Schaffhausen zusammen entsprechen, so bekommt man eine Ahnung was für eine ungesunde Expansions- und Bevölkerungspolitik betrieben wurde auf Kosten unserer Ernährungsgrundlagen, dem Boden und auch auf Kosten unserer Unabhängigkeit. Wir sind nicht mehr Herr in unserem Schweizerhause. Mächtige, multinationale Unternehmen sind zum Staat im Staate geworden, und treffen zunehmend Entscheidungen ausserhalb unseren Landesgrenzen.

Wir haben alle, mehr oder weniger gut verdient, aber der Preis war zu hoch, den wir dafür bezahlt haben. Es ist lange nicht alles Fortschritt, dem wir diesen Namen geben. Automation und Rationalisierung haben auch seine Grenzen. Der Grossbetrieb ist nicht immer der bessere Betrieb. Es gibt auch kein dauerndes Wachstum in der Wirtschaft. Die Natur zeigt uns deutlich, dass es eine Harmonie gibt, welche nicht ungestraft zerstört werden darf. Noch haben dies allzuviele nicht begriffen und messen mit falschen Massstäben. Es ist Heilsam, wenn wir es wieder lernen bzw. wieder lernen müssen, mit weniger zufrieden zu sein, dankbarer werden, dann wird unser Leben erträglicher und wir kommen aus dem ungesunden Stress heraus, finden wieder Zeit um über Sinn und Zweck unseres Lebens nach zu denken.

Mit diesen paar einleitenden Gedanken möchte ich zum eigentlichen Geschäftsbericht übergehen.

Beim Brotgetreide waren die Erträge durchwegs unter den Erwartungen. Die Qualität war gut in der ersten Erntehälfte. Das schöne Wetter anfangs August hat viele Produzenten verlockt zum Mähdreschen, obwohl mancherorts das Getreide noch nicht ausgereift war. Als dann in den Spätlagen die Ernte vor der Tür stand traf unbeständiges Wetter ein. Die Qualität litt sehr darunter. In der zweiten Hälfte August, nach einer längeren Schlechtwetterperiode war es so weit, dass der Rest, ca. 20% Brotgetreide stark ausgewachsen war und nur noch als Futtergetreide übernommen werden konnte. Hingegen war die Maisernte gut in qualitativer und quantitativer Hinsicht.

Der Umsatz in unserer Sammelstelle ist um 16.5% zurückgegangen durch die schlechten Erträge beim Raps und beim Brotgetreide. Futtergetreide konnte ziemlich gleich viel wie im Vorjahr übernommen werden. Der Hafer fand wegen der schlechten Qualität, nicht guten Absatz. Der Übernahmepreis für Auswuchsweizen ist vom Bund mit 83.00Fr. überraschend hoch angesetzt worden, wenn man die schlechte Qualität noch in Betracht zieht.

Beim Brotgetreide hatten wir bei den Übernahmen einen Durchschnitt von 75Kg Hl. Gewicht festgestellt. Mit der Qualitätsverbesserung, durch das Trocknen, Nachreinigen, Lagern konnte der Durchschnitt um gut 2Kg Hl. Gewicht verbessert werden, so dass, wenn man den Nachzahlungsbetrag dazu zählt, im Schnitt der volle Preis erreicht werden konnte.

Über den Rechnungsabschluss kann ich mich kurz fassen. Sie haben mit der Einladung zur Generalversammlung einen Auszug aus der Rechnung zugestellt erhalten. Wenn der variable Mietzins, der laut Mietvertrag der Landw. Genossenschaft Hinwil gutgeschrieben werden muss, abrechnet, so verbleibt für die Genossenschaft Getreidesammelstelle noch ein Nettoertrag von 3521.55Fr. In der Bilanz sehen sie, das wir über eine Reserve von 51500.00Fr. verfügen. Das Rechnungsergebnis kann als befriedigend bezeichnet werden.

Sie alle haben dazu beigetragen durch ihre Treue zur Sammelstelle und ich möchte ihnen dafür danken. Dann möchte ich auch der Verwaltung der LG Hinwil und dem Vorstand der Getreidegenossenschaft danken für die gute Zusammenarbeit im verflossenen Jahr.

Nun, die Ernte 1976 ist schon zum Teil angelaufen, die Ernteaussichten sind deprimierend. Wir wollen aber nicht resignieren, sondern trotz allem ausharren und dazu wünsche ich euch viel Geduld, Kraft und Zuversicht.

Hinwil, den 8. Juli 1976 Karl Schmid

GV 1977, Geschäftsjahr 1976

Landwirtschaftliche Genossenschaft Hinwil

Mitteilung an der GV 1977

1. Raps: Wir werden immer wieder von Produzentenseite angefragt, warum es bei der Raps-Auszahlung so lange gehe. Der Raps wird im Juli abgeliefert und das Geld kommt erst im September.

Antwort: die ???- Getreidezentrale erklärte uns, zuerst müsse sämtlicher Raps von der Produzenten abgeliefert sein. Dann müssen sämtliche Trocknungsanlagen den Raps an die Oelwerke abgeliefert haben, und dann müsse erst noch auf die Abrechnung der Oelwerke gewartet werden und die Ergebnisse der Versuchsanstalt Liebefeld müssen auch noch vorliegen. So sei eben mit besten Willen nicht möglich vor September die Auszahlung vorzunehmen. Raps-Richtpreis: 182.00Fr.; Vorjahr: 177.00Fr.

2. Wie haben letztes Jahr etliche Anfragen bekommen von Bauern: Warum sie keine Nachzahlung vom Qualitätsverbesserungsertrag erhalten hätten.

Antwort: Eine Nachzahlung gab es nur auf abgeliefertes mahlfähiges Brotgetreide, also nicht auf auswuchs. Wir hätten es bei den Mitteilungen genauer umschreiben sollen, dann hätte es keine Unklarheiten gegeben.

3. Wir machen den Maisanlieferer vom letzten Jahr eine Tarifrückzahlung 70Rp. Pro 100Kg. Nassmais. Sammelstelle Illnau hat letztes Jahr anfangs Saison ihre Anlage nicht ausgelastet gehabt und deshalb den Tarif um 70Rp. Gesenkt, weil die Sammelstelle Thalheim mit einem niederen Tarif trocknete als Illnau und Hinwil. Ich wollte den Tarif nicht mitten in der Saison ändern, zumal schon ein Teil Produzenten mit dem bisherigen Tarif belastet wurden. Auch redet bei uns der Vorstand mit bei Tarif Anpassungen. Der Rechnungsabschluss erlaubt uns nun diese Nachzahlung. Sie werden also bei der nächsten Maisablieferung eine Gutschrift erhalten.

4. Die EGV (Eidg. Getreide Verwaltung) machte uns darauf aufmerksam, dass wir vermehrt das Getreide der Einlieferung vom Produzenten auf den Befall von Korn-käfer untersuchen müssen. Diese Käfer treten immer mehr in Erscheinung. Es ist dies ein Käfer der nur 2.5-3mm lang ist. Sich sehr stark vermehrt, man redet von 1000facher Vermehrung. Und ist ein Käfer der grossen Schaden anrichten kann, wenn er im Getreidelager

5. Es kommt immer wieder vor, dass undichte Brückenwagen mit Plastik abgedichtet werden. Plastik eignet sich wohl als Dichtungsmittel nicht aber als Unterlage von Getreide wegen der Kondenswasser Bildung. Viel besser eignen sich Hutensäcke, Papiersäcke oder Karton. 6. Strassensperre im Aathal: Einbahn Richtung Uster bis mitte Juli Nachher Umgekehrt: Einbahn Richtung Hinwil und Umfahrung Uster, über Wetzikon-Aathal Wegweiser Seegräben.

7. Offiziell Preis für Gerste: 62.00Fr. 65/66 hl VOLG dito 64.00Fr. 63/66hl.

Uebernahme: Grundtarif für Gerste nur noch 1.00Fr. statt 2.00Fr. Für Posten welche uns verkauft wird, oder bei uns gemahlen wird. Übrige Posten wie bisher.


Geschäftsbericht

Das Jahr 1976 ist ein Getreidejahr gewesen, wie wir es seit Bestehen der Getreidesammelstelle noch nie erlebt haben. Die Trockenheit im Juni/Juli hat uns allen grosse Sorgen bereitet. Allgemein ist befürchtet worden, dass das Getreide notreif werde und der Anteil Leichtkörner so gross, dass mit wenig Mahlgetreide gerechnet werden könne. Glücklicherweise ist dann, sozusagen in letzter Minute, der langersehnte Regen eingetroffen. Es kam manches anders, als befürchtet wurde. Die Trockenheit hat den Getreidekulturen im Ausreifestadium nicht viel geschadet.

Bei uns im Oberland, aber auch in der ganzen Ostschweiz, ist dann leider, als das Brotgetreide zum Mähdrusch reif war, ein Dauerregen von einer ganzen Woche eingetroffen. Der Weizenkeimling hat den Regen begierig aufgesogen, konnte aber das Wasser nicht sogleich weitergeben zum Mehlkern wegen der abnormal harten Schalenschicht, welche entstand in der Trockenzeit. So kam es in kurzer Zeit zu dem hohen Prozentsatz Auswuchsgetreide.

Als dann anfangs August wieder schönes Wetter eintraf, wurde Weizen in die Sammelstelle gebracht mit 25-35% Feuchtigkeit, obwohl auch diese Posten schon ausgewachsen waren. Diese nassen Partien verursachten schon anfangs Saison eine Stockung bei den Übernahmen.

Mit jedem weiteren schönen Tag ist trocknere Ware abgeliefert worden in rauen Mengen. In der Zeit vom 1.-9. August ist praktisch 90% vom Weizen und Roggen gemäht worden. Die Lagerräume waren in kurzer Zeit vollgestopft gewesen. Die Ablieferungen an den Bund gingen nur schleppend vor sich, da das nötige Wagenmaterial bei der SBB nicht zur Verfügung stand. Ausgerechnet in der Ernte, wo bekanntlich am meisten Silowagen benötigt werden, standen 100 UADGS in den Revisionswerkstätten (UADGS Wagen, das sind die grossen Vierachser-Silowagen welche 60 Tonnen fassen und rd. 100000.00Fr. kosten. 100 solche SBB Wagen machen einen Betrag von 100 Millionen Fr. welche brach lagen.

Die EGV war auch nicht in der Lage, in so kurzer Zeit, solche Quantitäten Auswuchs einzulagern, denaturieren und an den Futtermittelhandel weiter zu leiten.

Solche Situationen bringen jeweils Spannungen mit sich in der Organisation bei den Erntearbeiten, bei den Sammelstellen bis hinauf zu den verantwortlichen Bundesstellen. Wir in den Sammelstellen geraten dann zwischen Hammer und Amboss. Auf der einen Seite ist der Getreideproduzent, der sehr aktiv ist und alles versucht, um sein Produkt los zu werden, möglichst rasch natürlich. Auf der anderen Seite die beiden Staatsbetriebe SBB und EGV die unbeweglich und hart sind wie ein Ambos. Unter solchen Umständen sind wir sehr froh um die Bauern welche geduldig und verständnisvoll sind, auch wenn es einmal eine Wartezeit gibt.

In der ganzen Schweiz sind rd. 37000 Wagen a 10 Tonnen Brotgetreide an den Bund abgeliefert worden. Davon waren rd. 21000 Wg. mahlfähig und 16000 Wg. Auswuchs (57% mahlfällig und 43% Auswuchs). Im VOLG Gebiet sieht es schon wesentlich anders aus, nämlich nur 17% mahlfähig und 83% Auswuchs. In unserer Sammelstelle waren beim Roggen 84%, beim Weizen 88% und beim Korn 57% Auswuchs.

Dank dem guten Preis, den der Bundesrat festlegt für Auswuchsgetreide, und den durchschnittlich hohen Flächenerträge hat die Brotgetreideernte den Produzenten, trotz allem, noch einen rechten Erlös gebracht. Qualität und Quantität bei Gerste, Hafer und Mais waren befriedigend. Preis und Absatz gut. Die Produzenten aber waren zurückhaltend im Verkauf von Futtergetreide, da mit einer Verknappung im Futtermittelsektor gerechnet wurde.

In unserer Sammelstelle haben wir wieder ein Rekordjahr hinter uns in Bezug auf den Quantum massigen Umsatz. Beim Weizen übernahmen wir 46% mehr als im Vorjahr. Futtergetreide fast auf die Tonne genau gleich viel wie im Vorjahr.

Den Produzenten bezahlten wir für an den Bund abgeliefertes Getreide: 1458634Fr, vom Bund erhielten wir 1455199Fr. das gibt eine Differenz von 5485 Fr.

Dieses Minusergebnis ist durch den Auswuchs entstanden, gibt es doch beim Auswuchs durch die Lagerung und Trocknung keine Qualitätsverbesserung. Wir sind aber noch gut davon gekommen, habe ich doch mit einem grösseren Verlust gerechnet bei dem grossen Anteil Auswuchs. Auch der Rechnungsabschluss ist, obwohl sehr bescheiden, doch noch besser ausgefallen, als erwartet wurde.

Sie haben einen Auszug zusammen mit der Einladung zur GV erhalten.

Rückblickend können wir doch dankbar feststellen, dass das Getreidejahr 1976, gesamthaft gesehen, für die Landwirte und die Sammelstelle, befriedigend ausgefallen ist. Wenn das Wetter uns nicht im letzten Moment noch einen Streich gespielt hätte, wäre es zu einem für alle Teile, ausgezeichneten Ergebnis gekommen.

Mit dem besten Dank an euch Produzenten, an den Vorstand der Getreidesammelstelle und an die Verwaltung der Landw. Genossenschaft Hinwil möchte ich schliessen.

Hinwil, den 2. Juli 1977, K. Schmid

GV 1978, Geschäftsjahr 1977

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil & Umgebung

Mitteilungen

Die Vertreter der Getreideverwaltung haben unter anderem bekanntgegeben an der Zusammenkunft der Präsidenten und Geschäftsführer von den Getreidegenossenschaften, dass der Proteingehalt der Sorte Kolibri besonders schlecht ausgefallen sei, und es werde geprüft ob der Kolibri in die 2. Preisklasse versetzt werden müsse.

Probusweizen wird von den Mühlen vermehrt verlangt und es stelle sich die Frage, ob für den Probus nicht eine Sonderklasse gemacht werden müsse, mit entsprechendem Mehrpreis natürlich.

Die Abzüge bei hohem Wassergehalt werden inskünftig auch bei den Bahnannahmen kleiner, so wie es den Kollektivsammelstellen vor ein paar Jahren schon vorgeschrieben wurde. Diese Änderung trifft also nur die wenigen Produzenten, welche über die Ortsgetreidestellen wie früher auf der Bahnstation abliefern.

Was sie vielleicht auch noch interessieren könnte: Die Inlandgetreidezentrale VOLG hat letztes Jahr für 79Mio Fr. Getreidegelder ausbezahlt und im 1976 85Mio Fr. obwohl mehr als 80% Auswuchs war.


Geschäftsbericht

Wenn man an der Generalversammlung von einer Getreidegenossenschaft einen Jahresruckblick machen muss, so ergibt es sich eigentlich zwangsläufig, dass man auch über das Wetter einige Worte verlieren musste. Ich mochte aber heute trotzdem nicht über das Wetter in der vergangenen Ernte reden, und auch nicht über die Milchkontigentierung wo uns das letzte Jahr beschert hat. Darüber ist schon viel gesprochen worden. Ob es viel nutzte bleibe dahingestellt, ändern können wir doch nichts einmal was das Wetter anbelangt.

Es sind nun etwa 15 Jahre her, seitdem die ersten Mähdrescher in unserer Gegend auftauchten, die in ihrem grossen Rachen das ernte reife Getreide verschlungen, hinten die gepressten Strohballen, und auf der Seite die gedroschenen Kernen ausgestossen haben. Mit grosser Skepsis haben die einen und mit Begeisterung die andern Landwirte den Einzug dieses Ungetüms zur Kenntnis genommen.

Der Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft hatte wesentlich dazu beigetragen, dass der Mähdrescher seinen Siegeszug in so kurzer Zeit antreten konnte. Jedes Jahr wurden mehr und auch grössere Drescher eingesetzt. Heute wird fast ausschliesslich nur noch mit diesen Maschinen geerntet. Wir in den Sammelstellen haben angenommen und gehofft, dass dadurch auch mehr Frucht im günstigsten Erntezeitpunkt geschnitten werde. Ich habe mit Kollegen von anderen Sammelstellen darüber gesprochen und sie haben leider auch feststellen müssen, dass dies nicht der Fall ist, sondern, das vielmals Halter von Mähdrescher aus Konkurrenzgründen einfach drauf los fahren, ohne zu prüfen, ob das Getreide wirklich reif und einigermassen trocken ist, Ich mochte beifügen, es gibt auch andere, die vernünftig sind und deshalb oft zusehen müssen wie die Konkurrent ihnen die Kundschaft wegschnappt.

Wenn ich Getreide beanstanden muss wegen unreife oder abnormal hohem Feuchtigkeitsgehalt, so bekomme ich immer wieder zur Antwort: Der Mähdrescher habe mähen wollen, oder dass die Frau die Nerven verloren habe, weil der-Nachbar schon gemäht habe und weil sie Angst vor dem. Auswachsen gehabt hatten.

Es muss doch einmal gesagt werden: Wer befiehlt denn eigentlich, der Mähdrescher oder der Landwirt? Ich meine der, dem der Acker gehört und der auch die Kosten zu berappen hat l Der Preisunterschied von abnormal nassen Brotweizen zu trockenem Auswuchsweizen ist derart minim, wenn man die Trocknungskosten einkalkuliert, das es sich nicht lohnt, deswegen den Kopf zu verlieren.

Weiter werde ich auch oft gefragt: Wieso hat jetzt meine Frucht weniger Hl. Gewicht — mehr Feuchtigkeit— weniger Ertrag, als der Nachbar? Die Äcker seien nebeneinander gelegen-- am gleichen Tag gesät und auch gemäht worden? Dann muss ich einfach heimlich lachen —. Habt ihr noch nie zwei Kühe am gleichen Tag mit dem gleichen Muni gedeckt? Ihr habt beiden Kühen die gleiche Pflege zuteilwerden lassen und doch werfen vielleicht nicht beide Kühe ihre Kälber am gleichen Tag. Oder die Eine wirft ein Kuhkalb und die Andere einen Stier? Vergleiche hinken immer, auch dieser, den ich jetzt gebracht habe. Ich möchte damit nur zeigen, dass sie daraus sehen, dass trotz hochentwickelter Technik und eigenes Bemühen vieles nicht machbar ist und es ist gut so. Wir müssen wieder lernen in der Kuh nicht nur eine Produktions-Maschine und im Ährenfeld nicht nur den Erlös der daraus erzielt werden könnte zu sehen, sondern das Wunder, dass die dumme Kuh es fertig bringt, aus grünem Gras, weisse kostbare Milch zu machen und dass aus einem Weizenkorn das in die Erde gelegt wird und stirbt verfault, 30-100 Körner entstehen können. Wenn wir dieses Wunder nicht mehr sehen, dann sind wir bedauernswerte Geschöpfe trotz allem Wohlstand. Die Technik hat uns manche Erleichterungen gebracht und Geld brauchen wir auch zum Leben, aber wir müssen über Beiden stehen, sonst sind wir ihre Sklaven.

Nach diesen einleitenden Worten möchte ich übergehen zum eigentlichen Geschäftsbericht.

Die Erträge aus der Ernte 77 sind mittelmässig bis schlecht ausgefallen. Die Qualität war befriedigend was das Hl. Gewicht anbelangt. Die Backfähigkeit war nicht besonders gut, was natürlich mit dem Rückgang vom Probusweizen im Zusammenhang steht. Der Anteil Auswuchsweizen machte nur 1.75% vom Brotgetreide aus.

Gesamthaft haben wir in unserer Sammelstelle 2578 Tonnen übernommen. Das sind 516 Tonnen weniger als im Vorjahr. Beim Futtergetreide waren es nur 840Kg weniger. Die Umsatzverminderung geht auf Kosten Brotgetreide. Der Durchschnittspreis von an den Bund abgelieferten ergab beim Weizen I 95.17 Fr. was einem Hl. Gewicht von gut 76Kg entspricht.
Weizen II 92.70 Fr. entspricht einem Hl. Gewicht von fast 80Kg
Roggen 79.99 Fr. also bis auf einen Rp. den Vollpreis.


Den Produzenten bezahlten wir auf Grund der Eingangs-Taxation:
1041361.00Fr. aus. Die Ausgangs-Taxation vom Bund betrug:
1052425.80Fr.
11064.80Fr. Mehrerlös, die sogenannte Qualitätsverbesserung.
5485.30Fr. Mindererlös vom Vorjahr geht ab, somit verbleibt noch:
5579.50Fr.
2600.00Fr. kommt noch dazu für Verkauf von Abgang Weizen an LG Hinwil 5200Kg. a 50Fr.
8179.50Fr. Dieser Betrag wird Ihnen als Nachzahlung gutgeschrieben, und macht rd. 30Rp. pro 100Kg. abgelieferten Weizen oder Roggen (Auswuchsweizen oder Roggenauswuchs ergab keinen Mehrerlös).

Interessant ist auch die Feststellung, dass die Trocknungskosten beim Brotgetreide 4.80Fr. (Vorjahr 3.54Fr.) ausmachten. (1.20Fr. mehr.) beim Futtergetreide 4.63Fr. (Vorjahr 4.90Fr.) inkl. Mais und Raps. Für die Sammelstelle war die Saison 1977/1978 ein gutes Jahr trotz Minderumsatz, dank dem, dass verhältnismässig doch noch viel Getreide getrocknet werden musste, und die ganze Saison sich in die Länge zog. Mais wurde allgemein etwas zu früh gemäht, war er doch im Rückstand gegenüber andere Jahre.

Der Rechnungsabschluss darf als befriedigend bezeichnet werden. Sie haben sie zusammen mit der Einladung zur GV zugestellt erhalten. Ich kann mich deshalb kurz fassen, ist sie doch durch den neuen Mietvertrag wesentlich vereinfacht worden. (Rechnung erläutern)

Werte Getreideproduzenten, ihrer Treue zur Sammelstelle Hinwil haben wir es zu verdanken, dass wir einen befriedigend Rechnungsabschluss vorweisen können, ich danke Ihnen dafür und ich hoffe, dass auch Euer Betrieb nicht weniger gut abschliessen konnte.

Danken möchte ich auch der Verwaltung der LG Hinwil mit Herr Maurer an der Spitze für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Weiter möchte ich auch dem Vorstand der Getreidegenossenschaft danken dass sie mit Interesse unsere Arbeit verfolgen. Unser Präsident nimmt sich auch immer die Zeit an den Tagungen beim VOLG in Winterthur dabei zu sein, wo doch manches zur Sprache kommt das auch für ihn interessant ist.

Nun stehen wir vor der Ernte 1978 und ich wünsche ihnen eine gute Ernte mit viel Freude.

GV 1979, Geschäftsjahr 1978

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil & Umgebung

Mitteilungen an der GV der Getreidegenossenschaft

Die Vertreter der EGV Bern haben an der Sitzung mit den Präsidenten und Geschäftsführer in Winterthur unter anderem folgendes mittgeteilt, was sie als Produzenten auch interessieren könnte: Es sei festgestellt worden, dass die Qualität in Bezug auf Eiweissgehalt beim im Herbst gesäten Sommerweizen sich nachteilig auswirke. Der Eiweissgehalt der Ernte 1978 habe durchschnittlich nur 13.15% ausgemacht (Vorjahr 15.6%).

Von Müllerkreisen werde eine grössere Auswahl an Winterweizen gefordert, vor allem mehr Probus. Neu ist für den Probus eine Klasse Ia geschaffen worden, mit einem Preis von 103.00Fr. Mischen sie also den Probus nicht mit anderen Sorten.

Weiter wurde bekannt gegeben, dass eine Expertenkommission vom Bundesrat ins Leben gerufen wurde, um Grundsatzfragen zu behandeln in Bezug auf Taxation für Brotgetreide. Vertreten seien in dieser Kommission: Die Produzenten, Getreidesammelstellen, Müller, Bäcker und die Versuchsanstalten (wir wollen sehen was die fertig bringet!??).

Für die Wassergehaltsbestimmung will die EGV für alle Sammelstellen die Marke Supermatic einführen, auf Grund der bisherigen Erfahrungen mit diesem Feuchtigkeitsbestimmungsapparat (wir haben diesen Apparat.)

Auf 1981 sollen zwei neue Weizensorten in das Sortiment aufgenommen werden, das sind die Sorten Centa und Calanda (Calanda mit Granne).

Neu ab Ernte 1979 soll von jedem eingelieferten Brotgetreideposten ein 300Gr. schweres Durchschnittsmuster zur Nachkontrolle aufbewahrt werden.

Als letztes noch eine Mitteilung, die weniger nach Vorschriften schmeckt. Die LG Hinwil hat einen Kredit bewilligt zur Anschaffung einer Würfel- und Melassierungsanlage. Bis zur Winterfütterung sollten die Maschinen betriebsbereit sein.


Geschäftsbericht 1978/1979

Unsere Brotgetreideordnung stammt aus einer Zeit, wo das Brot noch Symbol für Nahrung war. Die vor bald 50 Jahren in der Verfassung festgelegten Grundsätze haben sich bewährt. Das Getreidegesetz verpflichtet unter anderem den Bund, die Handelsmüller und die Getreidehändler einen ständigen Vorrat an Brotgetreide in der Höhe von rd. 450000 Tonnen zu unterhalten. Dieser Vorrat reicht beim heutigen Brotkonsum für einen Jahresbedarf. Bei einer Rationierung und einem vorgeschriebenen Mehranbau, könnte dieser Vorrat, so rechnen unsere obersten, verantwortlichen Behörden eine volle kriegswirtschaftliche Eigenversorgung von 3 bis 4 Jahren sicherstellen.

In den letzten Jahren hatte der Inlandweizenanteil, je nach Ernteergebnis, zwischen 300000 und 400000 Tonnen, bei einer Anbaufläche von rd. 100000 Ha ausgemacht. Die Getreideproduzenten behalten für ihre Selbstversorgung rd. 25000 Tonnen. Ohne die Selbstversorgung der Produzenten hatte in den letzten Jahren die Inländische Produktion Brotgetreide 65 bis 70% des Bedarfs gedeckt. Der Rest von 30-35% wird mit Auslandweizen gedeckt und zu einem Preis von 32-36Fr. 100kg eingekauft. In den Jahren 1973-1975 stieg jedoch, wegen weltweiten Missernten der Preis auf über 90Fr. für 100Kg Auslandweizen. Inlandweizen galt damals im Jahr 1973 76.00Fr. im 1974 88.00Fr und im 1975 93.00Fr. Im letzten Jahr musste der Bund für den, als besonders gute Qualität bekannten Kanadaweizen nur 34.00Fr. und für den Franzosenweizen nur 24.00Fr. bezahlen. Das kann jedoch schlagartig wieder ändern und wir sind gut beraten, wenn wir den inländischen Brotgetreideanbau nicht vernachlässigen. Der Bund strebt als Ziel einen Anbau von 119000 Ha an. Ob es gelingt den Brotgetreideanbau um 19% zu erhöhen ist sehr fraglich. Durch eine Anbauprämie auch für Brotgetreide und guter Übernahmepreise, wäre es eher möglich, als mit strengerer Übernahmetaxation nach Protingehalt und Neuklassierungen, mit denen man eher den Ansprüchen der Handelsmüller, statt den Produzenten entgegen kommt.

Das Getreidejahr 1978 war gesamthaft gesehen, mit Ausnahme vom Mais, ein gutes Jahr gewesen. Bis am 20. Mai hatten wir nasskaltes Wetter. Niemand hätte damals geglaubt, dass noch so viel Maienheu eingebracht werden könnte. Vom Wetter in der Getreideernte, also Juli/August, kann man sagen, dass dafür gesorgt wurde, dass das Getreide nicht zu trocken wurde. Mit Ausnahme vom Roggen sind wir von grösseren Auswuchsschäden verschont geblieben. Starke Regenfälle hatten wir vom 7.-12. August. Die grossen Überschwemmungen im Thurtal und im Tessin sind noch in guter Erinnerung. Das unbeständige Wetter hatte wieder viele Bauern dazu verleitet die Frucht zum Teil unreif oder mit abnormal hohem Feuchtigkeitsgehalt zu mähen, was natürlich die Qualität in Bezug auf die Backeigenschaft schlecht beeinflusst.

Die Rapserträge waren höher als im Vorjahr. Gerste brachte hohe Erträge bis 55 und mehr Kg pro Aare. Die Haferqualität war ausgezeichnet. Beim Weizen konnten wir 20% mehr als im 1977 übernehmen. Der Mais wurde in den späteren Lagen nicht reif. Viel Mais wurde grün ab Feld verkauft und übersetzt hohe Preise dafür bezahlt.

Gesamthaft übernahmen wir in unserer Sammelstelle 2720 Tonnen Getreide. Also trotz Maisausfall einen Mehrumsatz von 5% gegenüber dem Vorjahr. Den Produzenten bezahlten wir für an den Bund abgeliefertes Brotgetreide 1242457.45Fr. Vom Bund erhielten wir 1261119.80Fr. Das ergibt einen Überschuss zur Rückerstattung an die Produzenten von 18662.35Fr. Das macht auf 100Kg abgeliefertes Brotgetreide ca. 1.38Fr. (1.4 %). Im Durchschnitt gibt das einen Preis bei der Einlieferung vom Weizen I und Weizen II von 95.54Fr. Mit der Qualitätsverbesserung oder Nachzahlung von 96.92 Fr. entspricht dies einem Hektolitergewicht von 79.90Kg.

Die Trocknungskosten sind im Schnitt 37Rp. kleiner als im Vorjahr, beim Brotgetreide. Beim Futtergetreide 59Rp. Kleiner, wobei das Minderquantum Mais ins Gewicht fällt.

Die Jahresrechnung liegt im Rahmen anderer Jahren, ich möchte den Abschluss mit "befriedigend bis gut "bezeichnen.

Sie haben mit der Einladung zur GV einen Auszug erhalten und ich kann mich deshalb kurz fassen.

Liebe Getreideproduzenten, Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter, es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, ihnen zu danken für das Zutrauen, die Geduld mit meinen Menschlichen Schwächen und die Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit die ihr mir entgegenbringt.

Wir stehen bereits am Anfang der neuen Saison und ich wünsche ihnen eine gute Ernte 1979.

Hinwil, den 14. Juli 1979

GV 1980, Geschäftsjahr 1979

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

Mitteilungen an der GV 1980 Wie bereits in der Presse schon bekannt wurde will der Bundesrat den Art. 23 in der Bundesverfassung abändern, so dass der Innlandweisen für den Müller teurer wird und nicht mehr so viel Subventionen für die Verbilligung vom Brot ausgegeben werden muss. Man spricht von 100 Mio. Einsparungen. (Finanzpaket) 1Kg Brot 23-25Rp.+ Sparmassnahmen des Bundes.

Die Lagerhäuser vom Bund seien noch voll von der letztjährigen Ernte, so dass wir mit Stockungen in der Ablieferung in der diesjährigen Ernte rechnen müssen. Auch der Raps aus der Ernte 1979 sei noch am Lager.

Am 26. Sept. 1979 wurde in Murten der Verband schweizerischer Kollektiver Getreidesammelstellen gegründet. Zweck von diesem Verband ist, dass die Koll. Sammelstellen mehr Gewicht bekommen bei Verhandlungen mit der EGV.

In der Mühle der LG Hinwil ist seit Nov. 1979 eine Würfel- und Melassierungsanlage im Betrieb. Sie können also bei uns ihr Futtergetreide und Mischungen melassieren und würfeln lassen.


Geschäftsbericht 1979/1980 (Kurz gefasst zu Gunsten vom Expertenbericht im Traktandum 6)

Das Jahr 1979 ist im gesamten gesehen ein gutes Getreidejahr gewesen. Der ganze Juli bis am 8. August war schönes Wetter mit einzelnen gewitterhaften Niederschlägen. Wintergerste, Raps, Roggen, Weizen, Sommergerste, Hafer alles konnte schön der Reihe nach gemäht werden. Es gab im grossen und ganzen kein Durcheinander bei den Einlieferungen. Raps ergab hohe Erträge und gute Qualität. In unserer Sammelstelle war es ein Rekordjahr. Bei der Wintergerste waren die Erträge sehr unterschiedlich und die Qualität, mit wenigen Ausnahmen durchwegs leicht mit Hektolitergewichten von nur 50 bis höchstens 63. Die Importeure zeigten wenig Interesse am inländischen Futtergetreide, weil die Preise der Importware nicht höher, zum Teil noch tiefer waren als der Inlandrichtpreis. Dann wird jeweils die schwerere Importware von den Käufern bevorzugt und wir mussten wieder froh sein, dass der V0LG sich verpflichtet fühlte Inlandfuttergetreide zu übernehmen, was wir nicht selber für unsere Mühle benötigten. Das verpflichtet uns und natürlich auch euch Produzenten, wenn die Nachfrage grösser und die Qualität besser ist, den VOLG dann auch nicht zu vergessen.

Beim Roggen und Weizen war die Qualität gut bis sehr gut. Die Erträge in unserer Region eher mittelmässig. Von Auswuchsschäden blieben wir verschont.

Die Übernahmen vom Produzent konnten ohne Wartefristen vollzogen werden. Erst Ende Saison gab es Stockungen wegen Platzmangel, vor allem beim Hafer. Wir mussten wieder laufend Brotgetreide am den Bund abliefern um für Futtergetreide Platz zu bekommen, was nicht gerade rentabel ist. Wenn wir für den Bund Getreide einlagern können bis im Frühjahr erhalten wir 6.50Fr. Lagerentschädigung pro 100Kg. Beim Futtergetreide haben wir nur 1.00Fr. wenn wir für den Produzent einlagern, und bringen pro Kubikmeter nur ca. 500 bis 600Kg ins Silo, beim Weizen sind es 750 bis 800Kg. Beim Körnermais waren die Erträge und die Qualität sehr gut, auch beim Absatz hatten wir keine Schwierigkeiten.

Gesamthaft übernahmen wir 3040 Tonnen, das sind 12% mehr als im Vorjahr. Vom Produzent wurden zur Ablieferung an den Bund 1314.7 Tonnen Brotgetreide angeliefert. Wir konnten von der Sammelstelle 1311,2 Tonnen an den Bund verkaufen. Macht eine Differenz beim Gewicht von nur 2532Kg oder 0.2%.

An die Bauern bezahlten wir auf Grund der Eingangs-Taxation 1278813.95 Fr. Bei den Ablieferungen an den Bund erhielten wir 1291732.20Fr. das ergibt eine Differenz von 12918.75Fr. oder rd. 1%, so dass sie pro 100Kg. Brotgetreide einen Franken Nachzahlung erhalten.

Die Rechnung sieht folgendermassen aus:
Obwohl wir eine Umsatzsteigerung von 12% gehabt haben ist der Ertrag kleiner ausgefallen als im Vorjahr.
Ernte 1978 = 117596.65Fr.
1979 = 106565.30Fr.


Der Hauptgrund liegt, wie ich schon gesagt habe, bei dem kleineren Weizenlager das wir bis im Frühling einlagern konnten. Die Unkosten sind gestiegen beim Oel, Elektrostrom und auch die Löhne, so dass der Ertrag für den Mietzins für die LG Hinwil kleiner wurde. Trotzdem kann man nicht von einem schlechten Rechnungsabschluss reden. Natürlich müssen wir aufpassen, dass wir nicht langsam, bedingt durch die Teuerung in die roten Zahlen kommen. Die Verhandlungen über eine eventuelle Tariferhöhung mit den anderen Sammelstellen sind im Gange. Ich glaube aber nicht, dass es einen grossen Aufschlag gibt, ist doch der Hypothekarzinssatz bis Ende Jahr noch gleich hoch.

Zum Schluss möchte ich allen Produzenten danken, die uns ihr Getreide zur Behandlung und Verwertung anvertrauten. Weiter möchte ich auch dem Vorstand und den Revisoren bedanken sowie der Verwaltung der LG Hinwil danken für die gute Zusammenarbeit.

Hinwil, den 28. Juni 1980
K. Schmid

Handnotiz: Ich hoffe, dass sich das Wetter bald von der schönen Seite zeigt, so dass wir doch noch eine gute Ernte 1980 bekommen.

GV 1981, Geschäftsjahr 1980

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

Geschäftsbericht 1980/1981

Vor einem Jahr sind von bäuerlicher Seite schlechte Prognosen gestellt worden in Bezug auf Erträge bei Heu, Emd und Getreide. Es wurde auch von Abnahmestockungen geredet von der EGV und den Oelwerken wegen Platzmangel bei Raps und Brotgetreide, weil die gute Ernte 1979 noch nicht bzw. nur zum Teil abgesetzt werden konnte. Man bekam den Eindruck der Landwirt produziere auch in diesem Sektor zu viel. Wegen den Mindererträgen beim Getreide einerseits, und weil anderseits viele Sammelstellen über grosse Lagermöglichkeiten verfügen und somit nicht auf Ablieferungen in der Ernte angewiesen sind, ist es nicht zu den befürchteten Stockungen gekommen.

Die Landwirtschaft hat ihre Aufgabe, unser Volk mit Nahrungsmittel zu versorgen, auch im letzten Jahr erfüllt. Trotz schlechter Witterung im Juni und Juli hatte der Inlandanteil beim Brotgetreide rd. 360000 Tonnen mahlfähiges Getreide oder rd. 80% vom Jahresbedarf gedeckt.

Der heutige Brotkonsum ist aber leider auf 30Kg pro Person und Jahr zurückgegangen. Bei einem Versorgungsengpass von Lebensmittel aus Import könnte der Verbrauch in kürzester Zeit um das Doppelte oder Dreifache steigern. Ob dann unsere Landwirtschaft noch genügend Inlandprodukte produzieren könnte, ist zu bezweifeln. Die bäuerliche Bevölkerung und die Kulturflächen sind derart geschrumpft in den letzten 20 Jahren, dass wir einen Tiefstand erreicht haben, der zu ernster Besorgnis Anlass gibt. Auf die effektive Ackerfläche rechnet zählt die Schweiz bereits heute schon zu den bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Die Folge wäre ein tiefer Versorgungsgrad bei gestörten Einfuhren.

Viele Bauernpolitiker, Verbandfunktionäre und selbst viele Bauern unterstützen immer noch ein Wachstum der Bevölkerung in der irrigen Meinung: Je grösser die Bevölkerung, desto grösser und besser der Absatz ihrer Produkte. In Tat und Wahrheit wird der Markt immer mehr mit landwirtschaftlichen Konkurrenzerzeugnissen aus dem Ausland überschwemmt auf Grund von Handelsverträgen und Kompensationsgeschäft der Exportindustrie. Das ist der Hauptgrund weshalb trotz Bevölkerungs-Zuwachs von Überproduktion bei fast allen Erzeugnissen aus der Landwirtschaft gesprochen wird.

Wachstum - Fortschritt - Wohlstand sind die Leitbilder gewesen in der jüngsten Vergangenheit! Immer mehr spüren wir, dass Wachstum an Grenzen stösst - der Wohlstand zerbrechlich ist - und dass Fortschritt nichts anderes als ein Fortschreiten von einem Zustand in den andern ist. und das der neue Zustand nicht in jedem Fall besser ist.

Mit diesen paar Denkanstössen möchte ich übergehen zum eigentlichen Geschäftsbericht.

Wie ich schon erwähnt habe, haben wir einen abnormal nassen Frühsommer gehabt. In den höheren Lagen ist das Heugras am 20 Juli noch nicht gemäht gewesen. Der Weidebetrieb und auch das Eingrasen ist bald zum Problem geworden, wegen den nassen Böden. Erst am 22. Juli ist schönes Wetter eingetroffen mit hohen Temperaturen, so dass die leichte Wintergerste in ein paar Tagen schon zu trocken war. 10-14% Feuchtigkeit und ein Hl. Gewicht von nur 50-62 waren die Regel (63Hl.). Raps hat gute Erträge ergeben‚ war aber sehr unterschiedlich in Bezug auf Feuchtigkeit. Der Weizen war in unserer Region beim Hl. Gewicht mittelmässig, einzelne Posten sogar schlecht. Die späteren Lagen brachten gute Qualität und zum Teil auch gute Erträge.

Vom 12.-17. Aug. hatten wir unbeständiges Wetter und vom 18.-27. Aug. anhaltend schönes Wetter. Da aber am Radio und Fernsehen weiterhin schlechtes Wetter Prophezeit wurde verloren viele Bauern die Geduld, so dass in den ersten zwei Tagen, als schönes Wetter eintraf über 200 Tonnen Weizen mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 20-32% gemäht wurde. Dass wir an solchen Posten keine Freude haben und dass das Hl. Gewicht miserabel ist, sollte klar sein. Sommergerste und Hafer wären von guter Qualität, wurden aber allgemein zu früh gemäht. Körnermais ist in unserer Region. nicht recht reif geworden, so dass viel siliert oder als Kolbenmais gepflückt wurde.

Der Umsatz in unserer Sammelstelle steht hinter dem der letzten 5 Jahre, besonders wegen dem Ausfall vom Mais. Auch gesamtschweizerisch ist der Ertrag zurückgegangen im letzten Jahr. Der Rechnungsabschluss ist dementsprechend.

Brotgetreide übernähmen wir 1265 Tonnen und bezahlten auf Grund der Eingangstaxation 1213227.65Fr. An die LGV haben wir abgeliefert 1258 Tonnen und lösten 1227971.20Fr. Das gibt einen Überschuss aus Qualitätsverbesserung von 14743.55Fr. dazu kommt roch der Erlös Vom Abgangweizen, so dass wir rd. 120.00Fr. pro Tonne abgeliefertes Brotgetreide den Produzenten gutschreiben. können. Die Betriebsrechnung sieht folgendermassen aus (Rechnung erläutern).

Wenn wir den Ertrag der vorliegenden Rechnung vom Brotgetreide und Raps vergleichen mit dem Vorjahr, so ist er um rd. 4000Fr. besser. Nehmen wir aber die Futterwaren Gerste, Hafer und Mais dazu, so haben wir einen Minderertrag von ca. 20000Fr. Das heisst mit anderen Worten: die LG Hinwil bekommt einen kleineren Mietzins als im Vorjahr.

Wenn die Rechnung im gesamten schlechter abschliesst als im Vorjahr, so ist das nicht so tragisch, wir sind wie die Produzenten vom Wetter abhängig, auch ihr habt vermutlich weniger gut abgeschlossen als im Vorjahr. Darum freut es mich, dass wir beim Brotgetreide wieder eine Nachzahlung machen. können. Ich hoffe, dass dieses Jahr wieder bessere Erträge für uns alle abwirft. Ich danke euch allen für die Zusammenarbeit und wünsche für alle Beteiligten eine gute Ernte 1981.

Hinwil, den 4. Juli 1981, K. Schmid

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

Mitteilungen an der GV 1982 Nach den neuen Bestimmungen muss das Getreide nicht mehr über die Ortsgetreidestelle oder Genossenschaft ausbezahlt werden.
Für Produzenten der LG Gossau, Hombrechtikon, Egg und Hinwil bleibt die Auszahlung wie bisher über die Genossenschaft.

Alle anderen Produzenten erhalten eine Abrechnung mit einem Check zugestellt. Mit diesem Check kann auf jeder Bank das Geld abgehoben werden (Änderungen vorbehalten).

Erweiterungsbau unserer Silo-Anlage:
Die Landw. Genossenschaft Hinwil hat am 30. Nov. 1981 einen Kredit von 1300000.00Fr. für die Silo-Erweiterung zugestimmt.

Wir haben bekanntlich nur ca. 5% von übernommenen Getreide bisher selber einlagern können und mussten während der Ernte laufend Getreide abliefern, was zusätzlich viel Umtrieb in der strengsten Zeit gab.

Da die LG Hinwil bis Ende 1983, anfangs 1984 den ganzen Betrieb an die Bahn zusammenlegen, was bedingt dass das bisherige Pufferlager in den Magazinräumen der Mühle für Sacklager der Fertigprodukte benützt werden (ca. 250T)

Der Silo-Neubau ist fertiggestellt und fasst rd. 1700T Schwergetreide. Davon können 1400T gekühlt werden. Das Bahngeleis ist um 33M verlängert worden. Eine 2. Annahmegosse auf Bahnseite, ohne Hebebühne.

Tarif Anpassungen:
Besprochen an der Tarifbesprechung und beschlossen mit Genossenschaft Illnau-Gossau-Egg-Dürnten und Hinwil (Wehrli, Tiefenbrunner, übernimmt unsere Tarife).

Raps: Tarif um 0.70Fr. erhöht, bisher 4.00Fr. neu 4.70Fr. bei 8.1-8.5% Feuchtigkeit.

Futtergetreide:
Gerste und Hafer
Grundtarif von 1.00Fr. auf 2.00Fr. erhöht.
Trocknungskosten um 30Rp. Erhöht.

Mais:
Trocknungskosten um 50Rp. Erhöht.

Brotgetreide:
Grundgebühr um 30Rp. Erhöht, von 3.00Fr. auf 3.30Fr.
Mengenrabatt gleich wie bisher:
Bis 5000Kg. 3.30Fr.
Bis 8000Kg. 3.20Fr.
Bis 12000Kg. 3.10Fr.
Über 12000Kg. 3.00fr.
Trocknungskosten um 10Rp. Erhöht beim Brotgetreide.

Als Grund für Tarifanpassung an Teuerung wird der höhere Hypotekarzins, Elektr.storm, Reperaturen und Löhne angeführt.


Geschäftsbericht 1982

Die Erstellung eines Jahres- oder Geschäftsberichts ist so etwas, wie eine Station auf einer Wegstrecke, die Anlass zur Einkehr und Besinnung gibt. Man schaut zurück auf das was hinter uns liegt, man sieht um sich, wo man sich befindet und man blickt voraus, auf das was vor uns liegt, bzw. was auf uns zukommen könnte.

Wir stellen fest, dass alle unsere Daseinsgrundlagen in einer Veränderung begriffen sind. Ordnungen und Werte, von denen wir den Eindruck haben, sie seien unaufgebbar oder sind in einen verhängnisvollen Prozess der Umschmelzung ihres eigentlichen Sinnes hineingezogen. In unserer weltanschaulichen Situation triumphiert der Relativismus, der alles Bestehende in Frage stellt. Im Strudel der Umbrüche bewirkt diese rastlose Veränderung, den Verlust der Sinnmitte des Lebens, weil ein tragendes Fundament, ein Zentrum fehlt. Die Folge davon ist eine zunehmende Standort- und Standpunktlosigkeit. Wir sind deshalb im Wandel aller Verhältnisse und im Beben der Grundlagen und Massstäbe herausgefordert nach dem Unaufgebbaren zu fragen! Wo stehen wir? Was gibt uns Halt? Ist unser Lebensfundament auf einem Felsen, oder auf Sand gebaut?

Diese Fragestellung hat eine entscheidende Bedeutung im Blick auf die Lebens- und Zukunftsgestaltung unserer Arbeit.

Mit diesen paar Gedanken und Denkanstössen möchte ich zum eigentlichen Geschäftsbericht übergehen.

In unserer Sammelstelle haben wir ein gutes Jahr hinter uns. Der mengenmässige Umsatz ist um rd. 20% gestiegen gegenüber dem Vorjahr. Diese Steigerung ist vor allem dank der grossen Erträge beim Raps und Mais erzielt worden. Beim Brotgetreide ist der Umsatz praktisch bis auf wenige Tonnen gleich hoch geblieben. Unter den Weizensorten sind der Weizen la und I um 4% gestiegen. Dafür ist weniger W2 eingeliefert worden. Roggen wurde ca. I0% mehr abgeliefert als im Vorjahr, davon war aber leider 90% Auswuchs, weil das schöne Erntewetter für den Roggen zu spät eintraf.

Durch das schlechte Wetter bis am 27. Juli konnte spät mit den Erntearbeiten begonnen werden. Dann aber traf schönes Wetter ein und in ca. 3 Wochen war das Getreide (ohne Mais) unter Dach. Ab Mitte August ist auch schon der Hafer gemäht worden.

Obwohl ich wieder, wie andere Jahre, Weizen und Roggen im Voraus zur Ablieferung an die EGV angemeldet habe, musste vom 15.-19. August Weizen wegen Platzmangel zurückgestellt werden bis zur Ablieferung vom 19. August.

Wegen den niederen Feuchtigkeitsgehalten im Schnitt gegenüber dem Vorjahr, sind die frankenmässigen Erträge bei der Brotfrucht kleiner, trotz minimer Tarif Erhöhungen Berichtsjahr (Feuchtigkeits-Abzüge im 1981 rd. 19000Kg gegenüber 47000Kg im 1980). Wintergerste konnte grösstenteils trocken gemäht werden, war aber leicht untergewichtig.

Sommergerste war die Qualität gut, die Erträge sehr unterschiedlich. Raps erzielte hohe Erträge, war aber sehr unterschiedlich in der Feuchtigkeit. Am gleichen Tag wurden Wassergehalte von 14-25% gemessen.

Beim Mais wurde eine grosse und frühe Ernte vorausgesagt. Weil es Ende September und anfangs Oktober keine Fröste gab, kam die Vegetation nicht so schnell zum Stillstand. Als dann mit der Maisernte hätte begonnen werden können, gab es ausgiebige Niederschläge, so dass die Mähdrescher im Acker ersoffen und schönes Wetter wohl oder übel abgewartet werden musste. Erst Ende Oktober anfangs November gab es kalte Nächte und schöne Tage. Dann wollten alle miteinander mähen, was für die Mähdrescher und die Trocknungsstellen einfach unmöglich ist. Nervosität und das suchen nach Schuldigen war an der Tagesordnung. Sammelstellen- und Mähdrescherpersonal sind dann jeweils die Opfer, daran sind wir uns bald gewohnt. Zum Glück kommt jeder wieder herunter, der auf die Palmen gestiegen ist.

Gesamthaft haben wir von den Produzenten 1303938Kg Brotgetreide übernommen zur Ablieferung an die EGV, und haben dafür 1273014.55Fr. bezahlt.

An die EGV abliefern konnten wir 12935ooKg zu 1290756.00Fr.
Das ergibt eine Qualitätsverbesserung von 17741.45Fr.
Verkauf von Abgang Weizen 40 q a 40.00Fr. = 1600.00Fr.
19341.45 Fr.
Abzüglich Verpflegung an der GV 642.00Fr.
18699.45Fr. Pro 100Kg abgeliefertes Brotgetreide ergibt das eine Nachzahlung von rd. 1.55Fr.

Rechnung erläutern.

Wenn wir den Ertrag vorn Futtergetreide zum Ertrag vom Brotgetreide dazu zählen kann man den Rechnungsabschluss als befriedigend bezeichnen. Wenn man aber die gesamten Investitionen und die frankenmässigen Umsatzzahlen mit dem effektiven Reingewinn von gut 1000Fr. vergleicht, so darf man sicher sagen, die Genossenschaften sind sehr bescheiden.

Trotzdem freue ich mich, dass wir den Getreideproduzenten, die doch auch ein Risiko tragen, wenn sie Getreide anbauen, einen Qualitätsverbesserungsertrag auszahlen können.

Ich danke ihnen für das Vertrauen das sie uns als Sammelstelle entgegen bringen. Weiter möchte ich auch dem Vorstand der Genossenschaft Getreidesammelstelle für die gute Zusammenarbeit im verflossenen Geschäftsjahr danken. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir so offen und immer in gutem Einvernehmen miteinander verkehren können.

Mit den besten Wünschen für ein gutes Getreidejahr 1982 möchte ich schliessen.

Hinwil, den 30. Juni 1982, Der Geschäftsführer Karl Schmid

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

Mitteilungen an der GV der Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil

Es gibt eine Neuerung auf die Ernte 1983 beim Raps.

Bisher musste der Produzent die Trocknungskosten bis 8% bezahlen. Wir in der Sammelstelle mussten den Raps jedoch auf 4% trocknen. Diese Kosten wurden dem Oelwerk verrechnet und für den Feuchtigkeitsverlust mussten die Werke ebenfalls aufzahlen.

Neu ab Ernte 1985 muss der Produzent die Kosten für das Trocknen bis 4.5% übernehmen, wird aber beim neuen Richtpreis berücksichtigt, ebenso der Wasserverlust.

Im 1982 hatten wir einen Richtpreis von 187.70Fr. bei 8%, wenn wir den
Feuchtigkeitsverlust rechnen von 4.2% macht dies 7.88Fr.
Dazu kommen noch die Trocknungskosten bis 4.5% 2.40Fr.
10.28Fr.

So müssten sie einen Richtpreis neu haben von 197.98Fr. damit sie nicht weniger bezahlt bekommen als letztes Jahr.

Ab der Ernte 1984 kommt der Sortennachweis definitiv.

Broschüre mit dem Thema: Vom Korn zum Brot (50 Stück gratis abgegeben. OLMA 1982)

Zum Schluss noch eine erfreuliche Mitteilung: Es gibt bei uns heuer keinen Tarif-Aufschlag.


Geschäftsbericht 1983

Über das Getreidejahr 1982 könnte man den Liederversschreiben: Es wär so schön gewesen, es hat nicht sollen sein.

Die Witterungsbedingungen sind während der Wachstum Periode für den Getreidebau günstig gewesen. Die Getreidefelder sind grösstenteils von Pilz- und Rostkrankheiten verschont geblieben. Lagerfrucht hat es erst kurz vor dem Erntezeitpunkt gegeben. Erträge und Qualität haben sich vielversprechend präsentiert. Die ersten paar Posten Brotgetreide die eingeliefert wurden waren Qualitätsware. Ich freute mich so richtig auf die Übernahmen, zumal wir in der Sammelstelle zum ersten mal genügend Lagerraum zur Verfügung hatten, durch den grosszügigen Siloerweiterungsbau.

Dann aber hatte am 24. Juli die verhängnisvolle Regenperiode eingesetzt, die 2 Wochen dauerte, mit tropischen Temperaturen. Leider ist dann die Ernte 1982 zur grössten Auswuchsernte geworden seit Bestehen der Kollektivsammelstellen und der neuen Erntemethoden mit dem Mähdrescher. Die Haupternte konnte dann aber, dank einer kurzen Schönwetterphase innert kurzer Zeit eingebracht werden. Mengenmässig zählt die Ernte 1982 zu den „Gross Ernten“. Ende Februar berechnete die eidg. Getreideverwaltung in Bern eine Ablieferungsmenge von rd. 400000 Tonnen, wovon 46% wegen Auswuchs als Futterfrucht übernommen werden Mussten. im VOLG Gebiet waren es 64% und in unserer Region waren es sogar 8o% (Am besten hat der Kanton Thurgau mit nur 38% abgeschlossen. Zürich und Aargau waren schlecht. Die Sammelstellen Nd.Hasli und Hüntwangen hatten 82% und die Sammelstelle Villmergen sogar 92%.

Für unsere Volkswirtschaft verursachte die Auswuchsernte 1982 einen Schaden von 103 Millionen, wovon 18 Mio. die Landwirtschaft zu tragen hatte. Bei uns im Oberland (Sammelstelle Hinwil) machte es für die Produzenten rd. 120000Fr. und für unsere Sammelstelle 8-I0000Fr.

In den letzten 30 Jahren hatten wir 4 grosse Auswuchsjahre, nämlich im 1956 mit 63%, im 1968 mit 37%, im 1976 mit 42% und im 1982 mit 46% gesamtschweizerisch.

Die Diskussionen über die Auswuchsbestimmungen mit der Fallzahlmethode kommen in solchen Jahren jeweils wieder erneut in Gang und es ist damit zu rechnen, dass, wenn eine zuverlässige Schnellmessmethode entwickelt ist, das mühsame, zeitraubende Auswuchskörner suchen der Vergangenheit angehört. Die Ernte 1982 stellte hohe Anforderungen an das Personal der Sammelstellen, musste doch jeder Posten kontrolliert werden, ob er die kritische Grenze von 4% Auswuchs überschreitet oder nicht. Wenn sie als Produzenten vielleicht den Eindruck bekamen, die nehmen es auch gar genau, so ist das nicht zu ihrem Nachteil, sondern das Gegenteil ist der Fall.

Der Getreideverwaltung und dem Müller können wir nicht Brotfrucht abliefern mit mehr als 4% Auswuchs. Die Aufkäufer haben mehr Zeit zur Auszählung bei der Ablieferung als wir, wenn wir vom Produzent übernehmen. Somit muss jede Sammelstelle, von der man sagt sie nähme es nicht so genau oder so scharf, jeden Posten der mehr als 3-3,5% Auswuchs hat deklassieren, sonst läuft sie Gefahr, dass ihr die Ware nicht übernommen wird und die Sammelstelle Verluste erzielt, die nachträglich von den Einlieferer zurückverlangt werden müssten. Nicht umsonst wird von einzelnen Sammelstellen immer wieder die Anregung gemacht, man sollte nach der Ernte nur 90% vom Getreidegeld ausbezahlen und den Rest nachdem wir abgerechnet haben mit der EGV, um evt. einen Mindererlös abziehen zu können.

Wenn ich es also genau nehme, so nur deshalb, dass nicht ein Pesten zu Auswuchs taxiert wird, der bei genauer Prüfung doch noch schlüpfen könnte.

Zu den Weizensorten: Nebst den bisherigen bekannten Sorten: Svenno, Lita, Relin, Tano ist von den neuen Sorten der Klasse I, Centa am häufigsten gesät worden. In der Klasse II, nebst Zenit und Kolibri neu vereinzelt die Sorte Walter und Flinor. Probus verliert leider immer mehr an Bedeutung. Die neue Sorte Calanda der Klasse la ist nur vereinzelt angebaut worden. Schlüssige Resultate über Qualität und Erträge können wir von den Sammelstellen her noch nicht bekannt geben, man muss schon die Ergebnisse einiger Jahre beisammen haben.

Futtergetreide und Raps: Wintergeste konnte trocken unter Dach gebracht werden mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 12-16%. Qualität und Erträge waren gut bis sehr gut. Hafer machte durchwegs weniger Hl. Gewicht als im Vorjahr. Besonders gut ist der Körnermais geraten. Qualität und Erträge waren sehr gut. Auch der Feuchtigkeitsgehalt lag unter dem Durchschnitt anderer Jahre.

Raps brachte 20-25Kg pro Aare. Nur wenige Produzenten brachten es auf 30Kg. Wassergehalt war wie gewohnt sehr unterschiedlich und schwankte von 9-29%. Es scheint, dass die Pflanzer beim Raps den Reifegrad weniger gut erkennen, als beim Getreide.

Summa Sumarum kann man sagen: Wäre die Brotfrucht nicht im letzten

Moment noch so verregnet worden, hätten wir ein maximales Getreidejahr hinter uns, aber es hatte eben nicht sollen sein.

Für unsere Sammelstelle war das vergangene Jahr wieder ein Rekordjahr in Bezug auf die Quantität, wobei der Körnermais am meisten Mehrumsatz brachte. Während der ganzen Ernte kam es zu keinen Stockungen bei der Annahme, dank der neuen Siloanlage mit Kühlmöglichkeit.

Wir haben 1436 Tonnen Brotgetreide von den Produzenten zur Ablieferung an den Bund übernommen und bezahlten dafür 1385318.05Fr.

Der EGV haben wir 1453 Tonnen abgeliefert und lösten auf Grund der Auslieferungstaxation der Aufkäufer vom Bund 1398140.00Fr.

Das ergibt einen Mehrerlös von 12821.95Fr. und macht pro 100Kg rd. 80Rp. oder 0.93%. Jeder Produzent erhält demnach eine Nachzahlung rd. 80Rp. per I00Kg Ablieferungsmenge.

Die Betriebsrechnung sieht folgendermassen aus (Rechnung erläutern).

Man kann sagen, das Ergebnis der Betriebsrechnung ist erfreulich. Dank dem Mehrumsatz, dem grösseren Lagerraum und der Tariferhöhung im letzten Jahr ist es zu diesem Abschluss gekommen.

Wir können von unserer Seite wohl mehr Lagerraum erstellen und die Tarife der Teuerung anpassen, aber, wenn sie als Produzenten nicht den wichtigsten Teil dazu beitragen würden, nämlich, dass ihr trotz allem, weiterhin Getreide anbauen und es in unsere Sammelstelle bringen, wären wir bald in roten Zahlen. So möchte ich euch allen danken für euern Einsatz für die Ausdauer im Getreidebau und für die Treue zu unserer Sammelstelle Hinwil.

Auch dem Vorstand der Getreidegenossenschaft danke ich für die gute Zusammenarbeit, auch den Mitarbeitern der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Hinwil, im besonderen meinem Mitarbeiter in der Mühle und Sammelstelle Max Bachmann möchte ich danken.

Mit den besten Wünschen für eine gute Ernte 1983 möchte ich schliessen.

Hinwil, den 24. Juni 1983, Der Geschäftsführ Karl Schmid

GV 1984, Geschäftsjahr 1983

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

Geschäftsbericht 1984

Die Getreideernte 1983 hatte zur Freude aller Beteiligten, in der ganzen Schweiz, unter guten Witterungsbedingungen eingebracht werden können. Das heisse und trockene Wetter im Juli und August hat einen problemlosen Drusch ermöglicht. Es mussten nur wenige Posten nachgetrocknet werden. In den ersten Tagen August war der grösste Teil der Brotfrucht schon unter Dach.

In Bezug auf das Hl. Gewicht kann man von einem Ausnahmejahr reden, besonders bei uns im Oberland, wo wir in Normaljahren froh sein müssen, wenn wir den vollen Preis bei 77-79Hl. bekommen, geschweige 80-83 und mehr, wie im letzten Jahr.

Die Erträge waren ebenfalls gut bis sehr gut bei allen Sorten. Besonders positiv ausgefallen ist die neue Sorte Anna der Weizenklasse I. Bezüglich Erträge und Qualität können die neuen Sorten noch nicht schlüssig beurteilt werden. Sie verhalten sich sehr unterschiedlich je nach Boden, Düngung, und Klima.

Der prozentuale Anteil der Weizenklasse la ist in unserer Region auf 5.5% gesunken (13%). Hingegen hat der Weizen I von 62% auf 78.5% zugenommen. Der Anteil Weizen 2 ist zurückgegangen von 19.5% auf 11.5%. Der Roggen ist von 4.7 auf 4.5% ganz minim zurück gefallen, Qualität und Erträge waren ausgezeichnet.

Korn wurde nur noch ein Posten von gut 5 Tonnen eingeliefert (0.3%).

Wintergerste konnte trocken geerntet werden, war aber durchwegs untergewichtig im Hl. Gewicht. Die Erträge waren mittelmässig. Einzelne Produzenten sprachen von 66Kg pro Aare (Ausnahmen).

Raps war gut ausgereift. Die Feuchtigkeit lag bei 9-18% . Die Erträge schwankten von sehr gut bis schlecht, wobei Hagelschäden im Raume Gossau, Riedikon und Mönchaltorf einbussen brachten. Trotzdem wurde gesamthaft mehr Raps eingeliefert als im Vorjahr.

Sommergerste welche letztes Jahr nur ca. 20% vom Gerstenanbau ausmachte, war gut ausgefallen. Dasselbe kann vom Hafer gesagt werden. Beim Mais waren die Erträge etwas kleiner als im Vorjahr, er konnte aber gut eingebracht werden mit zum Teil unter 30% Feuchtigkeit, was beim Mais Ausnahmen sind.

Mengenmässig war die Ernte 1983 für unsere Sammelstelle wieder ein Rekordjahr beim Brotgetreide wie beim Futtergetreide und Raps.

Im 1982 haben wir gesamthaft 3179 Tonnen Übernommen und
im 1983 3568 Tonnen Übernommen, das sind rd. 12%+

Von den Brotgetreideproduzenten übernahmen wir 1592044 Tonnen und bezahlten dafür 1664243.40FFr.

An den Bund konnten wir 1563200 Tonnen abliefern und erhielten dafür 1678970.55Fr. Das ergibt eine Qualitätsverbesserung von 14727.15Fr.

Aus dem Verkauf von Abgangweizen an die LG Hinwil lösten wir noch 8800.00Fr. gibt zusammen ein Guthaben für die Produzenten von 23527.15Fr.

In der Einladung zur Generalversammlung steht unten, dass wir pro 100Kg abgeliefertes Brotgetreide eine Nachzahlung von rd. 1.40Fr. vornehmen können. Bisher haben wir den Überschuss so verteilt, bzw. ausbezahlt. Neu müssen wir aber davon 75% aufgrund der Verarbeitungskosten und 25% aufgrund des Eingangswertes vom Getreide ausrechnen. Das ergibt 28.10% der Behandlungskosten und 0.34% vom Eingangswert (Muster erläutern). Man kann hier schon sagen: Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht! Es gibt also doppelt so viel Arbeit als bisher. Wir lassen uns aber deswegen die Freude der letztjährigen guten Ernte nicht nehmen.

Rechnung erläutern:
Ich möchte sagen, das Ergebnis der Betriebsrechnung ist erfreulich, mit den Verarbeitungserträge vom Futtergetreide kann die Landw. Genossenschaft Hinwil die Anlagekosten und Maschinelleeinrichtungen normal verzinsen und amortisieren, die übrigen Unkosten decken und uns auch noch einen anständigen Arbeitslohn bezahlen.

Wir sind natürlich weiterhin angewiesen auf euch Getreideproduzenten. Ich danke euch für euer Mitmachen, für eure Treue zur Sammelstelle Hinwil und für die Geduld uns gegenüber, wenn vielleicht einmal nicht alles ganz rund läuft.

Auch dem Vorstand der Getreidegenossenschaft und den Mitarbeitern der Landw. Genossenschaft Hinwil möchte ich danken für die gute Zusammenarbeit.

Mit dem Wunsche, dass die Ernte 1984 ebenso gut ausfällt wie die Letztjährige, möchte ich schliessen.

Hinwil, den 3. Juli 1984, Der Geschäftsführer Karl Schmid

GV 1985, Geschäftsjahr 1984

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

Geschäftsbericht 1985

Das Brotgetreide hat zu allen Zeiten eine bedeutende Rolle gespielt. Brot ist das Symbol für Nahrung. Die Versorgung und Vorsorge mit Brotgetreide ist in guten und schlechten Zeiten ein wichtiges Anliegen der Regierungen. Unsere Brotgetreideversorgung ist auf Grund der Erfahrungen aus dem I. Weltkrieg entstanden und seither laufend angepasst und ausgebaut worden. Erst im vergangenen Juni 1985 hat das Schweizervolk einen Anpassungsschritt getane indem es die Selbstversorgungspflicht der Produzenten aufgehoben hat. Ob es gut ist oder nicht, dass in Zeiten. Vom Überfluss der Produzent einen bescheidenen Anteil zur Verwertung beitragen sollte, sei dahingestellt. Ganz sicher aber ist, dass wenn einmal das Brotgetreide Mangelware wird, die Produzenten wieder ein Recht zur Selbstversorgung geltend machen---. Zu schnell werden Gesetze, Recht und Pflicht geändert, je nachdem der Wind weht oder besser gesagt, was gegenwärtig zum eigenen Vorteil oder Bequemlichkeit ist.

Das Brotgetreidejahr 1984 hatte dank der günstigen, natürlichen Bedingungen von der Aussaat im Herbst 1983 bis zur Ernte 1984 und der Ausdehnung der Ackerfläche von 6000Ha (93400 auf 99300Ha) sowie der neuen ertragsreichen Sorten, wieder eine Rekordernte gebracht. So musste die EGV rd. 550000 Tonnen Brotgetreide übernehmen. Davon waren 20000 Tonnen Auswuchs, vor allem Roggen. Rund 100000 Tonnen Brotgetreide mussten zu Futtergetreide denaturiert und verwertet werden. Die Vermahlungen der Handelsmühlen haben sich in den letzten Jahren auf 430000 Tonnen stabilisiert. Somit hatten wir im 1984 auch eine Überproduktion beim inländischen Brotgetreide. Dass eine Überproduktion bei der Festlegung vom Produzentenpreis ins Gewicht fällt, dürfte jedem Bauer bekannt sein aus Erfahrungen bei der Milchverwertung. Auch an die Qualität werden höhere Anforderungen gestellt in Zukunft.

Man spricht auch schon von Verwertungsbeiträgen, bzw. Abzüge vom Produzentenpreis. Versuchsweise werden schon in dieser Ernte in3 Sammelstellen mit Fallzahl- und Proteinbestimmungen übernommen.

In unserer Sammelstelle hatten wir in der Ernte 1984 einen Mehrumsatz von 56% beim Brotgetreide. Die Qualität war ausgezeichnet, auch die Erträge waren überdurchschnittlich hoch. Der Feuchtigkeitsgehalt ist bei den ersten paar 100 Tonnen bei 20-24% gelegen. Brotgetreide mit mehr als 20% Wassergehalt wird schnell warm, wenn so viel in Silo‘s aufeinander liegt (120 Tonnen) und sollte sofort getrocknet werden. Bei so viel 100 Tonnen war dies aber nicht möglich. Auch die Kühlluft ging sehr schlecht durch diese feuchte Ware hindurch, so dass wir vorübergehend nur noch Weizen mit weniger als 20% Feuchtigkeit übernehmen konnten. Das schöne Wetter hielt dann glücklicherweise an, so dass keine Frucht mehr gemäht wurde mit mehr als 19%. Andere Sammelstellen machten einen gänzlichen Annahmestopp bis die nassen Posten der ersten Tage nach dem Regenwetter nachgetrocknet waren. Umso grösser war der Ansturm dann bei uns, so dass auch unsere Silo schnell voll waren. Wenn man nur noch übernehmen kann, was die EGV von uns übernimmt, so geht es eben langsam vorwärts. Die Ablieferungen ab Feld zogen sich demzufolge hinaus bis Mitte September.

Ich habe volles Verständnis, wenn die Produzenten in den späteren Lagen welche um die Sammelstelle herum wohnen, unzufrieden werden, wenn sie zusehen müssen, wie laufend grosse Fuhrwerke bei ihnen vorbei in die Sammelstelle fahren, und wenn sie dann ernten können sind die Silo voll und sie müssen längere Zeit warten. Aber wer hätte gedacht, dass nach der Rekordernte 1983, im 1984 wieder ein Rekordjahr ist?

Nach den hohen Erträgen beim Raps hatte ich vorsorglich einige 100 Tonnen zur Ablieferung an die EGV angemeldet , aber dass es 56% mehr gibt, das habe ich auch nicht erwartet. Wir alle wünschen ja eine gute Ernte, und wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht , kann man sich nicht einmal recht freuen daran vor lauter Platzprobleme, das ist doch schade!

Mit der schriftlichen Sortendeklaration haben sich alle Produzenten gut abgefunden. Nur Drei machten falsche Angaben und zwar zu ihrem Nachteil. Sie hatten Zenith statt Zenta geschrieben. Also, Saatgutrechnung vor der Ablieferung gut ansehen, nachher hilft uns auch ein Saatgutausweis nichts mehr.

Für den Roggen kam das schöne Wetter zu spät, so sind leider 46% vom Roggen ausgewachsen. Spätlagen waren diesmal besser dran.

Raps: gab hohe Erträge 30-40Kg pro Are. Die Qualität war sehr ungleich. Es hatte unreife, überreife und missfarbige Körnlein im gleichen Posten. Wir haben 37% mehr Raps übernommen, als im Vorjahr.

Wintergerste: Erntebeginn relativ spät (16. Juli), Qualität gut bis sehr gut. Es gab 50-80Kg Erträge pro Are. Der Wassergehalt lag bei 13%, nur einzelne Posten hatten bis 19%.

Hafer: wurde weniger eingeliefert als im 1983 und beim Hl Gewicht war er durchwegs leichter.

Mais: Wenn man auf die Prognosen der Produzenten hörte, hat es zuerst geheissen der Mais werde nicht reif. Nachher hiess es, aller Mais werde ab Feld gehäckselt und schlussendlich kommt doch noch recht viel Körnermais in die Sammelstelle. Für uns ist es unter solchen "Vorhersagen" schwierig abzuwägen wieviel Siloraum wir für den Körnermais bereitstellen müssen. Die Feuchtigkeit beim Mais war ca. I0% höher, als im 1983. Man wusste, dass der Mais ca. ein Monat im Rückstand war gegenüber im Vorjahr und trotzdem ist mit der Maisernte, gleich frühe angefangen worden. Es wurde zum Teil unreifer Mais geerntet.

Gesamthaft haben wir 4565 Tonnen Getreide inkl. Raps übernommen.

Das Brotgetreide machte einen Anteil von 58.4% aus von der ganzen Übernahmemenge. Für die 2507935Kg bezahlten wir den Produzenten 2618492.45Fr. An die EGV konnten wir 2463350Kg abliefern und erhielten 2635568.15Fr. das ergibt eine Qualitätsverbesserung von 17075.70Fr. Hinzu kommt noch der Erlös aus dem Verkauf vom Abgangweizen im Betrag von 6750Fr. gibt total 23825.70Fr. Mehrerlös, der den Produzenten nachbezahlt wird.

Zusammenfassend kann man sagen, dass, die Ernte 1984 für alle Beteiligten ein sehr gutes Getreidejahr war. Dementsprechend ist auch der Rechnungsabschluss in unserer Sammelstelle ausgefallen.

Betriebsrechnung erläutern!

Zu diesem erfreulichen Ergebnis haben sie wesentlich dazu beigetragen, indem sie uns ihre Frucht anvertrauten zur Behandlung und Weitergabe an den Bund. Es liegt sehr viel Arbeit, Einsatz und Nervenkraft dahinter. Dafür möchte ich euch ganz herzlich danken.

Auch dem Vorstand und den Revisoren der Getreide-Genossenschaft und den Mitarbeitern der Landw. Genossenschaft Hinwil danke ich für die gute Zusammenarbeit im verflossenen Jahr.

Mit dem Wunsche, dass die Ernte 1985 wieder eine gute Ernte ist mit viel schönem Wetter, möchte ich schliessen.

Hinwil, den I0. Juli 1985, Karl Schmid

GV 1986, Geschäftsjahr 1985

Genossenschaft Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung

Mitteilung an der GV vom 4. Juli 1986

Selbstversorgungspflicht ist aufgehoben! Die Mahlkarten und Produzentenausweise fallen weg. Die Ortsgetreidestellen werden aufgehoben, die Aufgabe der Ortsgetreidestellen übernehmen die Zola Getreide Zentralen. Die Sorten Deklarationspflicht besteht weiterhin.

Neu: ist, dass ab Ernte 1986 die Einführung der Fallzahlmethode eingeführt wird. (fakultativ bis 1988, ab 1989 obligatorisch. Mit der Fallzahlmethode wir der Auswuchs im Brotgetreide durch Apparate, nicht mehr optisch, also vom Auge festgestellt.

Eine weitere Neuerung ab diesjähriger Ernte ist die Einführung von 3 Klassen W1, also 1Kl W1a, 1Kl. W16 und eine Kl. W1c. Die Sorte Arina, welche in den letzten Jahren am meisten angebaut wurde, ist praktisch in einer anderen Klasse, in die neue Klasse 1c eingeteilt worden. Klasse-Preis 104.00Fr. das sind nur noch 1.00Fr. mehr als Kl. 2 (Kt. Thurgau und Kt. Aargau 80% Arina – Zürich 55% Arina)

Taxationskriterien: Die Zuschläge und Abzüge für das Hektoliter Gewicht sind um die Hälfte reduziert worden von ½% auf ¼%. Das heisst mit anderen Worten, dass die Qualitätszuschläge, die durch die Lagerung und Vermischung in der Sammelstelle kleiner werden als bisher.

Die Mindesthektolitergewichte sind um 1Kg. Erhöht worden: Weizen 73 (72) Roggen 69 (68) Mischmehl 71 (70) Dinkel 36 (35).

Die Spezialablieferungszuschläge sind ebenfalls geändert worden (fällt für die Sammelstellen mehr ins Gewicht als für den Produzenten).

Auch die Lagergarantien, für Kollektiven Sammelstellen sind neu geregelt worden.


Jubiläums-Geschäftsbericht

Den Geschäftsbericht 1985 werde ich in etwas gekürzter Form halten, um anischliessend noch einen kurzen Überblick über die Umsatzentwicklung in den vergangenen 20 Jahren zu geben.

Die Getreideernte 1985 hatte wie im 1984, dank der sehr guten Wetterverhältnisse problemlos eingebracht werden können. Die Bedingungen für den Getreidebau sind während der ganzen Vegetationszeit recht günstig gewesen. Lagerfrucht ist trotz dichtem Ährenbestand eher selten anzutreffen gewesen. Die Erträge sind wiederum gut ausgefallen. Die Rekorderträge wie im 1984 sind aber nicht erreicht worden, obwohl die Brotgetreidefläche nochmals um rd. 2000Ha zugenommen hatte in der ganzen Schweiz. Eine Analyse nach einzelnen Regionen zeigt, dass in der östlichen Landeshälfte die Erträge höher sind als in der Westschweiz.

In unserem Einzugsgebiet ist das Durchschnitts-Hektolitergewicht bei 80½ gelegen, das heisst, dass im Schnitt die Produzenten einen Zuschlag von einem ½% zum Vollpreis erhalten haben. Bei einem so hohen Durchschnittshektolitergewicht ist es schwierig durch die Lagerung und Vermischung in der Sammelstelle noch zusätzlich eine Qualitätsverbesserung heraus zu holen. Der Feuchtigkeitsgehalt ab Feld schwankte anfangs August zwischen 17-24%. Wir hatten öfters Gewitterregen und so ist aus Angst vor Auswuchsschäden doch viel Brotgetreide mit relativ hohem Wassergehalt eingeliefert worden.

Die Wintergerste hat in der Schönwetterperiode vom 8.-27. Juli problemlos geerntet werden können. Die Erträge waren mittelmässig, das Hl. Gewicht sehr unterschiedlich und lagen bei 54-68 Hl. Feuchtigkeit 11-14%

Der Raps brachte kleinere Erträge. 30Kg pro Are war die obere Grenze, hingegen war der Wassergehalt niedriger als andere Jahre.

Die Sommergerste war, durchwegs schwer und konnte trocken gemäht werden.

Der Hafer ist leicht im Hl Gewicht gewesen und musste zum grössten Teil nicht nachgetrocknet werden.

Beim Mais haben wir 30% mehr übernehmen können als im Vorjahr, dank dem neuen leistungsfähigen Trockner.

Gesamthaft haben wir 4368857Kg Brot- und Futtergetreide übernommen. Das sind 2.5% weniger als im 1984. Von den Brotgetreideproduzenten haben wir 2255459Kg übernommen und bezahlten auf Grund der Annahmetaxation 2378376.80Fr. An die eidgenössische Getreideverwaltung konnten wir 2213500Kg abliefern und lösten dafür 2378133.65Fr. So haben wir also 243.15Fr. weniger eingenommen bei der Ablieferung als wir den Produzenten ausbezahlt haben (2x vorgekommen in den 20 Jahren)

Nun müssen wir aber den Abgangweizen noch hinzu zählen. Wir haben 15300Kg an die LG Hinwil verkauft für 6885.00Fr. , so dass doch noch eine bescheidene Qualitätsverbesserung von 6641.85Fr. verbleibt. Bei diesem Betrag lohnt es sich aber fast nicht den Anteil von jedem Produzent auszurechnen und es stellt sich die Frage, ob es nicht vernünftiger wäre, diesen Überschuss zu der nächsten Qualitätsverbesserung hinzu zu zählen und dann nach zu zahlen? Natürlich hat die EGV auch noch etwas dazu zu sagen, es kommt jedes Jahr ein Kontrolleur der EGV die Rechnung zu überprüfen, wir wollen sehen was er dann dazu sagt.

Zusammenfassend dürfen wir dankbar feststellen: Das Getreidejahr 1985 ist wieder ein sehr gutes gewesen, wenn auch die Erträge etwas unter dem Rekordjahr 1984 lagen.

Nun möchte ich ihnen mit dem Hellraumprojektor noch kurz die Umsatzentwicklung der Getreidesammelsteile in den vergangenen Jahren seit der Gründung im 1966 zeigen.

Im 1961 haben wir mit der Getreide-Trocknung begonnen im Dorf beim Gemeindeplatz wo damals auch die Kühle der LG Hinwil war. Jedem Produzent wurde sein Getreide seperat behandelt und dann wieder zurückgegeben.

Viele Bauern glaubten damals noch der Mähdrescher verschwinde wieder wie er gekommen ist, er könne sich im Oberland nicht durchsetzen. Alles Getreide wurde in Jutesäcke transportiert.

Im 1961 bekamen wir die Bewilligung zur Führung einer Sammelstelle mit, Einzelablieferung. Der Produzent musste das Brotgetreide nicht mehr nach der Trocknung nach Hause nehmen bis zur Ablieferung an den Bund. Er musste auch nicht unbedingt dabei sein bei der Ablieferung auf dem Bahnhof. Das "herumschleppen" der schweren 100Kg Säcke war aber geblieben.

Nachdem dann immer mehr Bauern auf den Mähdrusch umstellten, entschlossen wir uns zum Bau einer Kollektiv-Getreidesammelstelle mit Getreidesilo und Trocknungsanlage für Loseannahme. Die Hürden welche übersprungen werden mussten bis es so weit war, darauf möcht ich jetzt nicht mehr zurückkommen. Auf jeden Fall waren der damalige Verwalter Herr Egli und ich sehr froh um die Beratung von Herr Ing. agr. Fuchser welcher die erste Kollektivsammelstelle in Thalheim ZH ins Leben rief, und schon Erfahrung in diesem Bereich hatte. Im 1966 kam es dann zur Gründung der Kollektiv-Getreidesammelstelle Hinwil und Umgebung. Wir haben leider die Siloanlage nicht so gross gebaut, wie wir es anfänglich geplant hatten, denn allzu viele Skeptiker haben uns die Unternehmungslust gedämpft.

Sie haben nun einen kleinen Überblick bekommen über die Entwicklung unserer Getreidesammelstelle, ich glaube, es ist auch für den konservativsten Bauer klar, dass es nicht mehr ohne Sammelstelle geht in der Getreideernte.

Nun, wenn auch 3 Männer die seit der Gründung dabei waren heutigen Tag zurück treten, so geht das Geschäft weiter. Jüngere Leute übernehmen das Steuer. Es ist gut so, damit die ganze Sache im Schwung bleibt. Es freut mich in Köbi Oetiker einen verantwortungsbewussten, freundlichen und fähigen Nachfolger gefunden zu haben. Mir verbleibt nun zum Schluss noch das Danken.

Ich weiss fast nicht bei wem ich zuerst anfangen soll. Die Reihenfolge soll keine Rangliste sein. Herr Verwalter Egli ist nicht mehr unter uns, ihm kann ich nicht mehr danken. Unser Präsident war von Anfang an auch, dabei, Dir Alfred möchte ich ganz herzlich danken, Du warst ein vernünftiger und guter Präsident und hast die nicht leichte Bürde des Anfangs auf dich genommen und hast das Steuer zur Fahrt in eine ungewisse Zukunft in die Hände genommen und ich darf, ohne zu übertreiben sagen, wir sind gut zusammen gefahren, danke vielmals. Aber auch den anderen Vorstandsmitglieder und Revisoren möchte ich danken, jenen die dabei waren und jenen die weiter im Vorstand bleiben und speziell auch dir Hermann du warst auch von Anfang an mit dabei und hast das deinige dazu beigetragen.

Auf keinen Fall vergessen will ich meinen treuen Mitarbeiter in der Mühle und Sammelstelle Max Bachmann, er hat mich nie im Stich gelassen und hat mitgemacht auch wenn es gegen 12 Uhr nachts gegangen ist.

Weiter möchte ich auch dem übrigen Personal der LG Hinwil, vorab Ueli Maurer und unserer Buchhalterin Frau Tanner danken für ihre Mitarbeit für die Getreidesammelstelle, auch Markus Brand in der Administration. Nebst eurer Arbeit für die LG Hinwil, musstet ihr euch auch noch mit unserem Geschäft herumschlagen, also nochmals vielen Dank.

Viel Zusammenarbeit gab es auch mit den verschiedenen Abteilungsleiter beim VOLG Winterthur. Mit Herr Fuchser, ehemaliger Berater beim der Gründung der Sammelstellen, Herr Beck, Technischer Berater und Projektleiter und auch Herr Roth, Leiter der Abtlg. Inlandgetreide Zentrale sowie die Herren Klements und Eberhard Abtlg. Inländischen Futtergetreide, euch allen herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit in der hektischen Zeit der Getreideernten wo alles so schnell gehen muss bis alles unter Dach ist, ich weiss, ihr habt euer Möglichstes getan.

Nun, was wären wir alle, wenn nicht der Getreideproduzent wäre, welcher sein Getreide anpflanzt und uns zur Weiterverarbeitung bringt. Darum möchte ich euch danken für das Zutrauen und die Treue zur Sammelstelle Hinwil, ohne eure Zugehörigkeit wäre dieses Geschäft undenkbar.

Mit den besten Wünschen für die Zukunft möchte ich meinen letzten Geschäftsbericht schliessen.

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Letzte aktualisierung am Samstag, 23. Dezember 2017